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Ein Mann in heller Arbeitskleidung steht auf sandigem Gelände vor Raketen und Industriegebäuden. Sein Kopf ist von einem großen weißen Objekt verborgen. Die Szene wirkt wie eine Montage oder künstlerische Komposition.

Begriff einer Aneignung. (Modelle.)

Der Begriff der Aneignung durchzieht nicht nur die Alltagssprache, sondern auch politische, künstlerische und revolutionäre Diskurse. Aneignung meint: sich etwas aktiv zu eigen machen – als Teil persönlicher Entwicklung und als möglicher Motor gesellschaftlicher Veränderung.

Monotonie über das Scheitern

In diesem Fotoessay steht ein Künstler in grauer Latzhose vor seiner Garage, einem Ort des Bastelns und Denkens. Er baut Modellraketen aus Holz: Ausdruck einer Faszination für Raumfahrt und Technik – und zugleich begleitet vom Unbehagen darüber, was Raketen historisch angerichtet haben. Heute will er seine neueste Kreation testen. Der Start misslingt. Die Rakete bleibt am Boden; abheben darf sie nur in seiner Fantasie.

Die karge Landschaft spiegelt keine Tragödie, eher Routine. Das Scheitern ist ihm nicht wichtig. Stattdessen beginnt er erneut: eine neue Rakete. Diese Wiederholung ist mehr als Übung. Sie ist eine Entscheidung, sich dem Thema auszusetzen, es zu begreifen, es zu besetzen – ohne die Ambivalenz zu glätten.

So wird Aneignung hier zu einer stillen Form von Widerstand: gegen die Grenzen des Möglichen, gegen das Ende der Vorstellungskraft. Der Künstler eignet sich Raketentechnik visionär an, wissend, dass er sie nie vollständig beherrschen wird. Nicht um „richtig“ zu bauen, sondern um Bedeutungen zu verschieben: die Geschichte der Raumfahrt im Kleinen umzudeuten und sich eine andere Zukunft vorzustellen – wenigstens für sich selbst.

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Fotografie

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veröffentlicht am 08.03.2024